Das Dedalus-Projekt versteht sich als ein Laboratorium, in dem das Übersetzen reflektiert, praktiziert und zelebriert werden soll.

Es sollen hier solche Texte ihren Platz finden, die sich die Übersetzung auf jeweils singuläre Weise zum Kernelement ihrer Architektur und Produktionsweise wählen. Zentrale Frage dieses Projekts ist somit die nach dem Wissen (oder Nicht-Wissen), welches die Übersetzung in ihren Übertragungen, Überkreuzungen und Entstellungen zwischen einem Original und seiner Übersetzung produziert. Es geht darum, einem Denken in mehreren Sprachen nachzuspüren und der Erfahrung des semantisch-syntaktischen Gleitens der Sprache in der Übersetzung Ausdruck zu verleihen. Diese mögliche Epistemologie der Übersetzung hinterfragt die Stabilität bestehender Wissensformationen und begrifflicher Erarbeitungen, indem sie sich ganz auf den schwankenden Grund sprachlicher Verfasstheit begibt.

Das Dedalus-Projekt wird im Mai 2017 mit einer ersten Textkonstellation einsetzen und im Rahmen des dritten Symposiums für geistes- und sozialwissenschaftliche Übersetzer vorgestellt werden.